Rabbiner Baruk Babaev hat Dortmund verlassen

Wehmütiger Abschied vom Dialogkreis der Religionen

 

Baruk Babaev, der Rabbiner der jüdischen Kultusgemeinde, hat Ende 2020 Dortmund verlassen. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

Der Dialogkreis der Abrahamsreligionen, das offizielle Gremium der Dialogbeauftragten der Religionsgemeinschaften in Dortmund, in dem der Rabbiner vier Jahre lang die Kultusgemeinde vertrat, bedauert den Abschied. Sein Sprecher, Pfarrer Friedrich Stiller, erklärte dazu, Babaev habe die mit dem Vorgänger entwickelte gute Zusammenarbeit bruchlos fortgesetzt, zugleich aber ein ganz eigenes Profil gezeigt. Gegenseitiges Vertrauen sei gewachsen und die Basis für vielfältige gemeinsame Projekte gewesen, wie zuletzt die interreligiöse Gebetsaktion zur Pandemie. Die  Mitglieder des Dialogkreises schätzten an Babaev seine theologische Gesprächsfähigkeit, aber auch seine Kreativität und nicht zuletzt einen feinen Humor. Auch der Dialogbeauftragte der Katholischen Stadtkirche, der stv. Stadtdechant Ansgar Schocke, und der Sprecher des Rates der Muslime in Dortmund, Ahmad Aweimer, drückten ihr Bedauern aus. Als Erinnerung wurde Babaev ein Fotoalbum mit Eindrücken aus den vier gemeinsamen Jahren überreicht.

Babaev seinerseits richtet zum Abschied ein Schreiben an die Mitglieder des interreligiösen Arbeitskreises. „Unsere Zusammenarbeit im Dialog hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern mich auch motiviert und inspiriert,“ betont der Rabbiner. „Ich kann mir Dortmund ohne den Dialog nicht vorstellen. Der Dialog gestaltet Dortmund mit und mit den Jahren haben sich schon eigene Traditionen verfestigt. Der Dialog der Religionen verbindet die Dortmunder Gläubigen und baut Brücken. Dabei werden auch wichtige Impulse den Mitmenschen gesendet, nicht zuletzt durch die ‚Dortmunder Selbstverpflichtung‘.

Ich finde auch, dass es der Dialog zu jeder Zeit geschafft hat, aktuell, aber auch attraktiv zu sein. Im Dialog konnten wir immer Themen und Anregungen offen besprechen und gemeinsam gute Lösungen finden. Für mich persönlich war der Dialog zu all dem noch ein wichtiger Sprachrohr um die Sorgen und Belange der jüdischen Bürger öffentlich kund zu tun.

Auch die Stadt schätzt den Beitrag des Dialogs für die Stadtgesellschaft und würdigt das mit dem Friedensgebet zur Eröffnung des Stadtfestes DortBunt.“

Der aus Kasachstan stammende Theologe wuchs in Leipzig auf, studierte Wirtschaftswissenschaften in Berlin und ließ sich dann in Israel zum Rabbiner ausbilden. 2013 übernahm er die Betreuung von neun kleinen Gemeinden in Westfalen, drei Jahre später wurde er Nachfolger von Avichai Apel als Dortmunder Gemeinderabbiner.

  

(f.s., Mai 2021)  

 

 

 

 

 

 

Positive Bilanz

 

Vertreter der Abrahamsreligionen beenden Gebetsaktion zur Coronakrise (11.Mai 2020)

 

Eine positive Bilanz der interreligiösen Gebetsaktion LICHT DER HOFFNUNG zogen die

Vertreter der Abrahamsreligionen in Dortmund zum Abschluss. Beendet wird das Projekt, weil die religiösen Versammlungen der Religionsgemeinschaften wieder möglich sind.

Ein Video zum Abschluss enthält Segenswünsche der Religionen für den weiteren Weg durch die Krise hier.

Die Erklärung Abschluss finden Sie hier

 

 

 

 

 

Religionsvertreter

mit dem Oberbürgermeister bekennen sich zum Frieden der Religionen in Dortmund

 

Interreligiöses Friedensgebet beim Stadtfest DotrBUNT 2019


Toleranzkampagne

WIR ALLE SIND DORTMUND

Nach den Anschlägen von Paris begründeten die im Dialogkreis beteiligten Religionsgemeinschaften gemeinsam mit der Stadt Dortmund und dem Oberbürgermeister die Toleranzkampagne "Wir alle sind Dortmund".

Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.wirallesind.dortmund.de

 

Mahnwache der Toleranzkampagne WIR ALLE SIND DORTMUND vor dem Dortmunder Rathaus mit dem Oberbürgermeister, dem Polizeipräsidenten und den leitenden Geistlichen der Religionen.